Fritz Eckengas Mitteilungen für interessierte Dorfbewohner

 

Wie geht’s? Weiter geht’s. Geht ja nicht anders. Die Zivilisierung Deutschlands ist auch im Jahr 2017 auf keinem anständigen Niveau angekommen. Immerhin arbeiten ein paar Menschen unverdrossen daran, den Standard zu heben. Thomas de Maizière zum Beispiel. Wie es sich gehört, in lehrbuchhaftem Hochdeutsch: “Wir sind nicht Burka!” Gut, der ganze deutsche Leitkulturhauptsatz hätte selbstverständlich lauten müssen, „Ey pass auf Schlampe, wir sind nicht Burka, wir sind Wurstpelle, Leggings, verstehsse, du Opfer?“ Aber das hätte die meisten Adressaten in seiner tiefgründigen, typisch deutschen Komplexität wohl überfordert.

Fritz Eckenga ist extrem motiviert, seine eigenen Gedankengänge so verständlich wie nötig unter die Menschen zu bringen. Sein Appell geht darum an das geschätzte Publikum, sich auch im Herbst 2017 zahlreich und nachhaltig seinen Mitteilungen für interessierte Bewohner der Kulturvorstadt Dortmund auszusetzen. Zumal Eckengas illustre internationale Gästeschar sich verpflichtet hat, ihn in angemessener Oberbekleidung und einwandfreiem Hochdeutsch dabei zu unterstützen. 

 

 

Karten für alle drei Veranstaltungen können im Abo erworben werden: 

 

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Hazel Brugger                                                       

 

Sonntag, 01. Oktober 2017, 12 Uhr

 

Die phänomenale Hazel Brugger ist unbeschreiblich. Mittlerweile hat sie sich zum Glück so bekannt gemacht, dass es ausreicht, ihr Erscheinen einfach nur anzukündigen. Der Gastgeber ist auch deswegen sehr froh, sie frühzeitig eingeladen zu haben. Hazels freie Termine sind jetzt so rar gesät, dass sie schon von Glück sagen könnte, wenn sie mal ein Date mit Hazel hätte. Wobei sie es in Wahrheit vorzieht, sich in die Gesellschaft des Publikums zu begeben. Sich selber habe sie schließlich jeden Tag. „Hazel Brugger passiert“ heißt ihr großartiges Soloprogramm. Die Gewinnerin des Deutschen Kleinkunstpreises und des Salzburger Stiers 2017 „zerlegt die Welt in Einzelteile und führt ihr Publikum dabei stets über einen schmalen Grat, mal still, mal wild, aber immer sehr komisch.“ Zugegeben, das war jetzt doch eine Beschreibung, aber die stammt auch von ihr selbst. Fritz Eckenga schließt sich inhaltlich voll und gerne an. 

 

Foto: Ornella Cacace

 


Thomas C. Breuer

Bernd Gieseking

 

Sonntag, 05. November 2017, 12 Uhr

 

Zwei Gäste auf einmal? Nein, nacheinander. Aber auch zusammen. Warum das denn? Darum: Die beiden haben sich schon lange nicht mehr auf einer Bühne getroffen. Deswegen hat ihr gemein- samer Bekannter Fritz Eckenga einen Zusammenstoß auf seiner organisiert. Clash of Cultures. Rottweiler meets East Westfalien Alien. Auha! Die schöne Überraschung fürs Publikum ist jedenfalls garantiert. Thomas C. Breuer reist von der Vergangenheit in die Zukunft und präsentiert dabei seine wohltuende, aber meist unverschämte Sicht auf die Dinge des Lebens. Ausgestattet mit 39 Jahren Bühnenerfahrung, die zwangsläufig auch eine gewisse Selbstironie mit sich bringen, ist TCB immer für eine überraschende Wendung gut. Sein Fundus ist riesig. Schnell merkt der Zuschau- er, dass das Wort „Haltung“ nicht nur im orthopädischen Sinn zu gebrauchen ist. Der Mindener Wahlfinne, Dortmund-Insasse und gefühlte Dreißiger Bernd Gieseking, unterbricht für den Auftritt bei „Seimpfreundpfritz“ die Arbeit an fünf Büchern gleichzeitig. In welcher Reihenfolge sie erscheinen, ist noch nicht raus.

Dafür aber das: „Früher hab‘ ich nur mein Motorrad gepflegt.“ Großartige Geschichten aus der Pflegestufe Ü 1200 ccm. 

 

Foto Thomas C. Breuer: Dominique Schütz   Foto Bernd Gieseking: Thomas Rosenthal


Matto Kämpf

Ulrich Schlitzer

 

Sonntag, 03. Dezember 2017, 12 Uhr

 

Am 1. Advent beehrt uns wunderbar hinterhältiger Besuch aus der Schweiz. Der Berner Autor, Filme- und Theatermacher Matto Kämpf macht Satire, bei der man erst im zweiten Moment reali- siert, was da gerade gesagt wurde. Und dann weiß man nicht, ob das jetzt witzig oder wahr ist. Oder beides. Kämpf ist eine Rarität in der Schweizer Satire. Die Kritiker überschlagen sich in ihren Hymnen. Er betreibe „Guerilla-Komik“. Das Geniale an ihm sei, dass man als Zuschauer nie im Klaren sei, ob der Künstler selber wisse, auf welcher Metaebene er gerade sein Publikum unterhält. Fritz Eckenga kann das nur bestätigen. Bei einem gemeinsamen Auftritt in Deutsch-Südwest wurde er Zeuge der Kämpf’schen Kunst, kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und tat das einzig Vernünftige: Er ludt Matto ins adventliche Dortmund ein. Die nach Hoffnung und Zuversicht dürstenden Menschen sollen sich selbst ein Bild von Kämpf machen. Anschließend wird auch für sie nichts mehr so sein wie vorher. Dass aber wirklich ausnahmslos jeder Zuschauer gestählt in die rauhe Weihnachts- marktwildnis entlassen werden kann, garantiert eine weitere Ikone der komischen Bühnenkunst: Ulrich Schlitzer, langjähriger Bühnen-Partner des Gastgebers, Darsteller männlicher Hauptrollen und musikalischer Trostspender, wird mit seiner berüchtigten Adventsaura den ganzen Raum so vollmachen, dass es nur eine Art hat. Ihm und allen anderen zur Seite sitzt und blitzt wie immer das umfangreiche Großraumorchester Peter Krettek. 

 

Foto Matto Kämpf: Tageswoche   Foto Ulrich Schlitzer: Frauke Schumann

 


Alle Veranstaltungen werden von WDR 5 aufgezeichnet und am jeweiligen Abend des Veranstaltungstages um 20 Uhr in einer einstündigen Version gesendet.